Meine Brust-OP

2. April 2019

Endlich kommt der Beitrag, den sich wirklich viele von euch gewünscht haben. Vorneweg muss ich aber anmerken, dass ich logischerweise nur von meiner Op und meinen Erfahrungen berichten kann, bei euch kann es also auch ganz anders ablaufen, was z.B. die dazugehörigen Schmerzen angehen.

Zuerst möchte ich aber erwähnen, dass ich mich wirklich mehrere Jahre mit diesem Gedanken auseinandergesetzt habe, weil ich natürlich auch weiß, dass es ein etwas größerer Eingriff ist und ganz billig ist er eben auch nicht. Bei mir sollte es nämlich nicht nur eine minimale Vergrößerung werden, sondern in erster Linie eine Straffung. Mein Wunsch war es nach Schwangerschaft, Stillzeit und viel zu schneller Gewichtsabnahme, meine Brüste wieder da zu haben, wo sie mal waren und diese Haut loswerden, die viel zu viel war. Ich wollte mich endlich wieder in meinem Körper wohlfühlen, nicht nackt vorm Spiegel anfangen zu weinen und mich wieder komplett weiblich fühlen..Alles anziehen können, ohne es wütend wieder in die Ecke zu schmeißen.            Ich wollte einfach wieder so aussehen wie früher, aber mit Sport und gesunder Ernährung, kann man hier in dem Fall leider nicht viel ändern..

Ich fing also an, verschiedene Ärzte abzuklappern und wollte nach Gefühl und den vorherigen Ergebnissen des Arztes gehen.

Hängengeblieben bin ich dann bei einem persischen Chirurgen, den man im Internet den “Busenpapst” nennt. 😀 Das Beratungsgespräch kostete mich tatsächlich nichts, das Gespräch war auch eher lockerer und eigentlich musste ich gar nicht viel reden, weil er sofort wusste, was ich mir wünsche. Dennoch konnte ich ihn alles fragen was mir in meinem Kopf rumschwirrte und er beantwortete mir jede Frage, sodass ich mich auch ernstgenommen fühlte.  (Glaube nichts ist schlimmer als bei einem Arzt zu landen, der einen schnell abfertigen will.) Die Ergebnisse anderer Frauen bestätigten mir, dass er und nur er mich operieren darf.                                Zudem war auch das restliche Team in dieser Praxis außerordentlich nett!

Ich musste ein paar Wochen warten und dann war es endlich soweit.

Nüchtern um 7.30 Uhr morgens tanzte ich dann an DEM Tag an, hatte noch ein Gespräch mit dem Anästhesisten und dann mit dem Arzt. Er malte mich an und ich konnte es erst in dem Moment richtig glauben, dass nach all den Jahren mein Wunsch endlich in Erfüllung gehen sollte. War ich plötzlich aufgeregt!!

Die Aufregung verflog allerdings ganz schnell, als die Narkose wirkte 😀 Und plötzlich wacht man auf, als hätte man nur eine Sekunde geschlafen. Allerdings war ich da gar nicht in der Lage, um überhaupt irgendwas zu realisieren, außer dass die Schwester, die sich fortan um mich kümmerte, soooo lieb war! Dennoch schlief ich erstmal fünf weitere Stunden. Hab wohl einiges nachzuholen gehabt.

Als ich wieder aufwachte, wurde es langsam besser und ich wollte nur noch das Ergebnis sehen…und als ich es sah, schoßen mir Tränen in die Augen…meine schlaffen, hängenden Brüste waren wieder “oben”, mein Hof wurde um die Hälfte verkleinert und sie waren wieder “voll”..zwar wusste ich, sie sind noch sehr angeschwollen, aber die Form und einfach alles, machte mich einfach nur glücklich.

Ich blieb die Nacht über in der Praxis, hatte wirklich ein tolles Zimmer, Essen wie vom Italiener und den Blick auf den Rhein. Bei der Nachsorge hat es mir wirklich an nichts gefehlt! Die Schwester und mein behandelnder Arzt erklärten mir noch wie es weiter geht, es wurde in Abständen immer mal wieder nach mir geschaut und mir Schmerzmittel gegeben, die ich ehrlich gesagt kaum gebraucht hatte. Dennoch wird geraten sie zu nehmen, für den Heilungsprozess.

Am nächsten Tag und dem erstmal letzten Gespräch mit meinem Arzt, durfte ich nach Hause. Plus Stütz-Bh und den Drainagen. Beides habe ich ehrlich gesagt gehasst, Letzteres wurde mir auch erst nach vier Tagen gezogen, da ich zu viel Wundwasser verlor. Ersteres lernte ich erst nach 3 Wochen an zu lieben.

Aber erstmal zum Anfang… Heben konnte ich nämlich vergessen, ach meine beiden Arme konnte ich erstmal vergessen!  Man musste mir alles hinterhertragen, mit dem Hund konnte ich zwei Wochen nicht rausgehen und die Schmerzen kamen auch so richtig erst nach ein paar Tagen. Auch dass man nur auf dem Rücken schlafen darf, war für mich als Bauchschläferin eine echte Herausforderung. Meine Brüste schmerzten aber nicht in dem typischen Sinne, sondern gaben mir eher das Gefühl, platzen (!!) zu wollen! Kühlen half hier sehr, Arnica und wieder kühlen. Sich ausruhen und Schmerzmittel nehmen waren erstmal Priorität, auch wenn das nicht immer möglich war mit Kind und allem. Denn Unterstützung hatte ich “nur” die ersten vier Tage.

Ja, manchmal übernahm ich mich, ich geb`s zu, die Quittung bekam ich dann auch direkt danach, um dann auch wieder einen Gang zurück zu schalten. Am schnellsten von allem konnte ich aber meine Arme wieder bewegen. Glaube, mehr als ne Woche war ich da nicht gehandicapt. Nur das Gefühl von “platzen wollen” ging nicht weg, bis ich die 3. Woche erreichte…endlich..ab da an lernte ich meinen Stütz-Bh zu lieben und es ging durchgehend bergauf. Hatte nämlich immer das Gefühl, er wäre 5 Nummern zu klein! Musste er aber auch, einfach aus dem Grund, dass die Implantate dort bleiben wo sie sind, richtig reinwachsen können und sich eben nichts verschiebt..denke da sind wir uns einig, dass das das Letzte ist, was man will.

Mittlerweile verheilen meine Narben auch immer mehr, Fäden worden schon längst gezogen (habe einen I-Schnitt durch die Mitte beider Brüste (Straffung). Hätte ich Sorgen, Ängste oder Fragen in der Zeit Zuhause gehabt, hätte ich immer meinen Arzt anrufen können, aber es lief einfach gut, sodass ich nur Tag für Tag abgewartet habe. Ich kann also fast sagen, dass nach 3 Wochen das Meiste wieder normal war. Dennoch habe ich weiter aufgepasst, denn die ersten 6 Wochen muss man sich einfach schonen.

Jetzt, 7 Wochen danach, mach ich eigentlich “fast” alles wie vor der Op. Selbst Autofahren war nach 10 Tagen kein Problem mehr und normale BH`s, trage ich auch schon wieder. Ich bereue diesen Schritt nicht eine Minute lang, würde es immer wieder machen und kann es nur jeder Frau empfehlen, die wirklich drunter leidet und die Möglichkeit hat, es zu tun. Für sich, nicht für wen anderes..das ist mir immer besonders wichtig.

Da auch die Nachfrage nach meinem behandelnden Arzt immer wieder kam, verlinke ich euch jetzt auch einfach eeendlich seine Seite. 😀

Schlussendlich müsst ihr für euch selbst entscheiden! Geht nach Gefühl, wo ihr euch am wohlsten fühlt..ich bin diesen Weg gegangen und einfach nur super, mega glücklich. 🙂

 

http://www.rheinbogenklinik.de

http://www.instagram.com/dr.amir_razzaghi/?hl=de

Dr. Razzaghi (Werbung selbstbezahlt)

 

 

 

1 Comment

  • Reply Helena 6. April 2019 at 18:57

    Hallo liebe Jill, ich freue mich sehr für dich. Ich habe wirklich mitgefühlt, als ich gelesen habe, wie die Brüste nach all dem aussehen können. Ich möchte mir auch diesen großen Traum noch erfüllen. Das Gefühl wie man weinend vor dem Spiegel steht, kenne ich auch nur zu gut.
    Eine Frage habe ich noch: hast du dir deinen Brustwarzenvorhof verkleinern lassen? Meine Sorge wäre da, das dieser “absterben” (🤔) könnte?
    Ich wünsche dir alles Liebe.

    Herzliche Grüße
    Helena

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