Wie wir mit Trennungsschmerz umgehen können

31. Juli 2019

Jeder hat schon eine Trennung durchgemacht.

Egal ob von einem Menschen (ob Beziehung, Freundschaft oder Tod), einem Tier, Schule, Arbeit oder sogar damals seine Kuscheltiere, die man als seine Freunde bezeichnete und gerne mal verlor.

Irgendwann, in alledem, kam eine Trennung zum Vorschein.

Ob man der “Verlassene” oder der “Gegangene” war, es tat meist weh.

Ich habe viele Menschen verlassen, weil es mein Schema war, aber ich wurde auch mal verlassen und weiß heute noch :  Es fühlte sich an, als würde ich sterben, auch wenn dies schon über 5 Jahre her ist, ich werde es nie vergessen.

Natürlich kommt es auch immer drauf an, wie stark und groß die Geschichte mit der jeweiligen Person oder den anderen Dingen war. Manchmal reicht aber auch die kurze Intensität dafür, dass es sich anfühlt, als wäre einem der Boden weggezogen und man fällt.

Verlassen zu werden bringt mehrere negative Dinge mit sich, aber zuallererst sollte man sich immer für sein Leben bewusst machen, dass Trennungen zum Leben dazu gehören. Sie sind unumgänglich. Denn wenn es um Menschen geht, ist die Garantie nie groß, dass es für immer hält. Auch, wenn es sich jetzt gerade danach anfühlt. Damit will ich niemanden Angst machen, diese Dinge sage ich ja auch zu mir selbst, aber es ist mir bewusst und dennoch kann ich den Moment genießen. Momente sind unser Leben, eine Aneinanderreihung ständiger Geschehnisse, die wir nicht immer kontrollieren können. Vergangene Momente kommen nicht wieder, gesagte Dinge können nicht zurückgespult und vergessen werden, genauso wenig wie Gefühle, die nur eines Tages abflachen können, aber die dennoch nicht vergessen werden, wie es eben in diesem Moment war.

Nachdem ich verlassen wurde, auch mehr als nur einmal, lernte ich, dass es am besten ist, alle Gefühle rauszulassen.

Erst kam bei mir der Schock, dann die Trauer, Verzweiflung, große Angst vor der darauffolgenden Lücke in meinem Leben und irgendwann auch die Wut. Das waren alles Dinge, die ich meist nicht mit der Person geteilt habe, sondern nur mit mir und dann eben später mit meinen Freunden darüber sprach. Denn vor allem Wut bringt dem anderen nichts, es hilft nur einem selbst irgendwann danach zu verzeihen. Für sich selbst, damit alle Gefühle nach einer Zurückweisung nicht mehr so brodeln und man lernt, es zu akzeptieren. Man wurde verlassen, die Hand hielt einen nicht mehr fest und da muss man sich entscheiden : Halte ich diese Hand dennoch noch fest, oder lasse ich ebenfalls los.

Weil manchmal lohnt es sich zu kämpfen, aber manchmal da weiß man auch, ist es aussichtslos.

Man muss also all seinen Gefühlen Raum und vor allem auch Zeit geben. Zwei Punkte, die ich in vielen anderen Situationen ebenfalls für wichtig empfinde.

Sei es weinen, es mit sich erstmal selbst ausmachen wollen, darüber reden, schreiben oder die Wut rauslassen : Lass es zu.  Auch wenn du Angst hast, denn lässt du es nicht aus dir raus, wird immer ein wunder Punkt ganz leicht zu berühren sein. Habe ich sowas nämlich unterdrückt, weil der Schmerz zu heftig war, fühlte es sich ständig so an, als würde er mir im Hals, unter den Augen und unter meiner Schädeldecke festklemmen. Ich musste vollkommen ehrlich darüber reden, verklickerte mir meine Seele das Ganze. Ich muss weinen, um es aus meinen ständigen Gedanken loszuwerden. So fühlt sich zumindest die Metapher an.

 

Die Situation ist nun mal beschissen, man kann nichts beschönigen und muss da irgendwie durch. Den Schmerz zu akzeptieren, rauszulassen, ist der wichtigste Heilungsprozesss. Sich einsam fühlen nach sowas, ist wahrscheinlich die größte Angst.                                                                                                                        Als würde was fehlen, was nicht wieder zu holen ist.  Da ist jetzt Raum, der leer ist und er kann nur durch die Person gefüllt werden, die seinen Platz dort verlassen hat. Für`s Erste ist das absolut richtig, schließlich wäre dieser Raum gar nicht vorhanden, hätte man diese Person nicht in sein Leben, also auch in sein Herz und seinen Kopf gelassen. Also fängt an an diesen Raum mit alle den negativen Gefühlen zu füllen, die diese Zurückweisung mit sich bringt. Angst, Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Wut.

Viele fangen jedoch auch gleichzeitig an, die Dinge bei sich zu suchen.

Was habe ich falsch gemacht?

Warum habe ich das gesagt, so gehandelt und mich damals so entschieden?

Das Selbstwertgefühl sinkt, was einem nur noch unnötige, weitere schlechte Gefühle bringt. Irgendwann habe ich gelernt, dass das alles richtig ist zu verarbeiten und zwar mit gesunder Selbstreflexion. Für mich und meine Weiterentwicklung. Selbstreflexion beinhaltet nicht nur sein Verhalten unter die Lupe zu nehmen, sondern sich eben auch selbst kritisieren zu dürfen, ohne sich dafür fertig zu machen. Denn wie oben schon beschrieben, gesagte Dinge oder Handlungen, können nicht mehr rückgängig gemacht werden, man kann nur für sich und für später daraus lernen. Wir machen Fehler, andere machen diese und sie sind unumgänglich. Weil sie dazu gehören, um uns besser zu machen. Für die nächste Zeit. Manchmal können wir aber auch gar nichts für den Grund der Trennung und dürfen dennoch nicht in Selbsthass und Minderwertigkeitskomplexen versinken.

Der Selbstwert darf an dieser Stelle nicht zu sehr leiden, auch wenn es logisch ist, dass es sehr an einem nagt. Aber sich infrage zu stellen, bringt einem hier überhaupt nicht weiter, verschlimmert es eher doch das Ganze.

Du bist gut so, wie du bist. Hast du Fehler gemacht, die zu einer Trennung geführt haben, sieh sie ein, verbessere dich und lerne daraus. Vor allem auch für dich, denn du lebst mit dir und denkst mit dir.

Kannst du nichts dafür, lass auch da alles raus, fall zu Boden und bleib auch ruhig erstmal liegen. Ob alleine, oder mit Freuden und Familie. Alles ist recht. Nach einiger Zeit wirst du merken, wird es leichter damit zu leben. Schließlich tickt die Uhr weiter, das Leben macht keine Pause und du kannst es auch nicht anhalten. Die Welt dreht sich weiter genauso wie deine Gedanken, doch das Karussell auf dem Jahrmarkt wird sich weiter drehen, dein Gedankenkarussell wird irgendwann langsamer, erträglicher und akzeptabler.

 

 

 

 

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