Was für Therapien gibt es und warum sollte ich eine machen

6. November 2020

Zu Anfang : Ich bin weder Arzt noch Therapeut. Bei, vor allem akuten Problemen, meldet euch bitte bei den zuständigen Ärzten, die euch helfen können.

 

Die gängigste aller Therapien, ist die Verhaltenstherapie. 25 Sitzungen werden von der Krankenkasse bezahlt, man muss leider öfter auf eine Warteliste des gewünschten Therapeuten, was bis zu 6 Monaten oder länger dauern kann. Und da fängt schon das Problem an. Viele, die eigentlich eine machen wollen, demotiviert das. Meine Meinung dazu ist jedoch klar : Kommen diese Monate nicht irgendwann? Ist nicht irgendwann dieser Tag im Kalender?

EDIT : An sich ist das Kontingent unbegrenzt, man muss es aber ab der 24. Stunde beantragen. (bei Kindern und Jungendlichen hat man bei 24 Stunden zusätzlich noch 10 für Bezugspersonen). Es muss gegenüber dem Gutachter begründet werden. Dies ist die gängige Praxis. Akuttherapie bzw. Kurzzeittherapie (jeweils 1 oder 12 Stunden) und danach wird die Langzeittherapie beantragt.

 

Die nächste Frage “Und wenn ich den nicht mag?”. Dann meldest du dich bei mehreren, lässt dich auf die Liste setzen und die, die Zeit haben, ob morgen, nächsten Monat oder eben nächstes Jahr, lernst du kennen. Am Ende kann man sich entscheiden und findet im besten Fall einen, der einem sympathisch ist.

 

Eine Verhaltenstherapie kann helfen bei Depressionen, Ängsten, Panikattacken, Phobien oder auch Burnout. Diese Therapieform soll dem Patienten Methoden vermitteln, mit denen er seelische Probleme und psychische Erkrankungen besser bewältigen soll. Anstatt die Ursache für seelische Probleme in der Kindheit zu suchen, soll der Patient vor allem Techniken für die Gegenwart erlernen, um mit seinen Belastungen umzugehen.

 

Es gibt allerdings noch einige, andere Therapieformen, z.B die, die ich seit einigen Jahren mache. Und zwar eine Tiefenpsychologische, analytische Therapie. Das hier, findet man unter Wikipedia :

Die analytische Psychotherapie umfasst jene Therapieformen, die zusammen mit der neurotischen Symptomatik den neurotischen Konfliktstoff und vor allem die zugrunde liegende Struktur (Persönlichkeit) des Patienten behandeln und dabei das therapeutische Geschehen mit Hilfe der Übertragungs-, Gegenübertragungs– und Widerstandsanalyse unter Nutzung regressiver Prozesse in Gang setzen und fördern. Die analytische Psychotherapie fokussiert Persönlichkeitsanteile, lebensüberdauernde Muster im Erleben und Verhalten, von Denk- und Bewertungsprozessen wie v. a. auch Muster in Beziehungen.

Eine analytische Psychotherapie ist besonders dann angezeigt, wenn der Patient „an sich selbst leidet“, oder zum Beispiel wenn sich beim Patienten im Lebensverlauf keine rechte Lebenszufriedenheit einstellt bzw. eine überdauernde tiefe diffuse Lebensunzufriedenheit besteht oder zum Beispiel der Patient an eingeengten Erlebens- und Verhaltensweisen leidet. Sie ist ebenfalls indiziert bei wiederkehrenden, gleichen, neurotischen und verfestigten Mustern, wenn zum Beispiel wichtige Entwicklungsaufgaben (wie befriedigende Beziehungen, Partnerschaften, Familienplanung usw.) nicht bewältigt werden können.

Die analytische Psychotherapie ist eine Langzeittherapie.

 

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen derzeit vier Psychotherapieverfahren. Das sind die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Systemische Therapie und die analytische Psychotherapie.

 

Wenn ein gewünschter Therapeut nur für Privatversicherte zulässig ist und man das nicht bezahlen kann, kann man, wenn es wirklich dringend und mit dem jeweiligen Therapeuten abgesprochen ist, einen Antrag bei der Krankenkasse für die Bezahlung stellen. Man muss 10 Kassenärztliche Therapeuten angeben, die keine Kapazitäten frei haben und hat so möglicherweise das Glück, es bezahlt zu bekommen.

 

 

Warum und wann sollte man eine Therapie machen?

 

Wenn du merkst, dass du dein Leben alleine nicht gut bewältigen, du geschehene Dinge nicht gut verarbeiten kannst, deutlich merkst, dass du Hilfe brauchst, weder Eltern, Freunde noch Partner dir helfen können, macht es Sinn, sich diese von einem professionellen Therapeuten zu holen. Man sollte sich niemals schämen. Wir leben ein Mal und wenn wir einfach diesen Schritt gehen wollen, weil wir feststecken, von bestimmten Gedanken nicht los kommen, merken, dass sich unser Wohlbefinden deutlich verschlechtert und die Gedanken düster sind…sollte man sich einfach diese Hilfe holen, sie beanspruchen. Wenn es nicht so viele Menschen geben würde, die professionelle Hilfe benötigen, dann würde es auch nicht ständig belegte Plätze bei Therapeuten geben. Damit will ich sagen : Schämt euch nicht, es hat nichts mit Schwäche zutun, sondern eher mit Stärke, etwas ändern zu wollen. Der Weg dahin ist nicht immer der einfachste und wenn man dann mal anfängt, ja auch dann ist es nicht leicht, jedoch, bei den meisten zumindest, ändert sich einiges und zwar zum positiven. Ich wünsche jedem die Kraft es durchzuziehen und am Ende stolz sagen zu können : Zum Glück, bin ich über meinen Schatten gesprungen.

 

 

 

 

1 Comment

  • Reply Kiara 6. November 2020 at 20:44

    Toller Post! Ich mache mein freiwilliges soziales Jahr in einer Einrichtung für Psychosomatik und Psychotherapie und finde ebenfalls, dass man auch als „vermeintlich gesunder“ Mensch von einer Therapie – ob stationär oder ambulant – so viel lernen und mitnehmen kann. Man ist kein verrückter, nur weil man sich Hilfe oder Unterstützung sucht!

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